Die Fenster in der Markuskirche

Ein Kleinod der Markuskirche: Die sechs Hauptfenster

Eine Beschreibung und Deutung von Anne-Marie a Campo

Gestaltet wurden die Fenster von dem Hagener Künstler Rudolf Vombek (1930 – 2008). Er studierte an der Kunsthochschule Wuppertal, machte durch zahlreiche Ausstellungen auf sich aufmerksam und erhielt Lehraufträge an den Universitäten Dortmund und Essen. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.

Der Maler und Grafiker Vombek ist ein sog. Moderner, der frei von Regeln zu kühnen Bildern gelangt. Er schafft in seinen Werken Räume und Flächen, die unsere Sehgewohnheiten schärfen sollen. Die Darstellungen dienen nicht der Dekoration; sie wollen dem Betrachter etwas sagen. Vombek hat keine Figuren dargestellt, sondern hat Formen gefunden, die seiner Meinung nach dem Inhalt des Evangeliums gerecht werden. Die weißen Flächen in den Fenstern sind ein Symbol für Christus: „Ich bin das Licht der Welt“.
Die Gestaltung der Markuskirchenfenster war der erste Auftrag in Hagen. Drei der Fenster stelle ich vor.

Die Vorstellung drei der Fenster

Fenster 1 (Aufgang Empore)
„Der Auferstandene beruft und sendet“. (Mark. 16, 14-18)

Jesus sagte zu den 11 Jüngern: „Gehet in die ganze Welt hinaus. Verkündet allen Menschen das Evangelium.“ Nachdem Jesus das zu seinen Jüngern gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen. Sie sehen unten im Fenster 11 dunkle, eckige Formen: das sind die 11 Jünger. Sie sind in gleicher Farbe dargestellt, aber jedes Vieleck hat eine eigene Form, mit Ecken und Kanten, wie wir Menschen auch. Jeder Jünger ist eine eigenständige Person. Vielleicht wollte der Künstler durch die unterschiedlichen Formen andeuten, dass die Jünger befähigt werden, das Evangelium in anderen, in fremden Sprachen in die Welt zu tragen.

Die große weiße Fläche ist Jesus. Er ist das Licht, davon wird die Mitte des Fensters eingenommen. Die vielen kleinen grauen Formen bedeuten: hier ist das Evangelium verbreitet worden. Die drei leicht violett gefärbten Teile scheinen Worte des Evangeliums zu sein.
Auch wir sind aufgerufen, ein Licht für unsere Mitmenschen zu sein; heißt es doch: gehet hin – also – lasst uns doch hin–sehen, hin-hören, hin-gehen.

Fenster 2
Die Heilung des Gelähmten (Mark. 2, 1-12)

Leute brachten einen Gelähmten zu Jesus. Er wurde von 4 Männern getragen und durch das Dach zu Jesus gelassen. Jesus sah, dass sie glaubten und heilte den Gelähmten.

Die dunkle Form im oberen Teil des Fensters ist der Kranke. Auffallend ist die violette Farbgebung, violett ist auch die Farbe des Leidens. Glaubt er schon fest an eine Heilung durch Jesus? Der Kranke wird von 4 treuen hilfsbereiten Menschen zu Jesus getragen. Sie tragen ihn ganz nah heran. Die dunkle Form berührt die weiße Fläche, das Symbol für Jesus.

Und dann kommt die Wandlung: unten rechts ist eine kräftige umrahmte weiße Form: der Geheilte. Er rückt bis in die Mitte des Bildes vor, ganz zu Jesus hin. Er glaubt.

Fenster 4
Das Gleichnis vom Sämann (Mark. 4, 1-9)

In diesem Gleichnis erzählt Jesus von einem Bauern, der auf’s Feld ging zum Säen. Es folgt die Geschichte von den 4 Samenkörnern. Vögel picken die Körner auf. Körner fallen auf felsigen Boden. Körner fallen in die Disteln. Einige Körner fallen auf guten Boden.
Auch in diesem Fenster ist die weiße Fläche das Symbol für Jesus. Auf ihr liegen 4 dunkle Fünf-Ecke. Das sind die 4 Samenkörner. Das erste Samenkorn, links im Bild, wird von den Vögeln aufgepickt. Es trifft auf Menschen zu, die das Wort Gottes sofort ablehnen. Hier besteht überhaupt keine Verbindung zwischen Saatkorn und Erde.

Das zweite Korn fällt auf Fels und bedeutet: die Menschen haben das Wort Gottes gehört und auch als gute Botschaft verstanden. Aber wenn ihnen in ihrem Leben wegen des christlichen Glaubens Nachteile erwachsen, lassen sie den Glauben wieder fallen. Hier hat eine leichte Verbindung zwischen Korn und Grund stattgefunden (zarte rote Färbung). Sie hat nicht gehalten, sie war nicht stabil genug.

Das dritte Korn, das in die Disteln fiel und von dem Wuchern erstickt wurde, bedeutet: das Wort Gottes wird von den Menschen angenommen. Das Wort hat die Menschen erreicht. Doch – all die Sorgen in ihrem Leben, das Streben nach Geld und Besitz, lassen den Glauben verkümmern. Zwar hat das Saatkorn Wurzeln geschlagen, ein kleines Pflänzchen schaut aus der Erde, aber die Verbindung ist abgebrochen. Da ist nichts mehr.

Das vierte Samenkorn ist aufgegangen. Es wird wachsen, sich entfalten und Frucht bringen. Die Verbindung ist sichtbar. Sie steigt aus den Wurzeln in der Erde über das Korn hinaus und befindet sich auf der weißen Fläche im Licht. Das Wort Gottes ist von den Menschen aufgenommen worden.

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